Bastard ITler from Hell

Gefunden im Serverraum einer Arztpraxis, hinter einem Regal. Daneben, mit Fingern und Blut geschrieben: „BIfH starb hier“

Dies ist das Tagebuch des…

Bastard ITler from Hell

(ungekürzt)

1.1 Das Fax

Es ist 13:20, ich bin müde und gerade auf dem Weg um mir einen Kaffee zu ziehen, da komme ich am Kopierraum vorbei und sehe die neue Bürokraft verzweifelt vor dem Kopierer stehen.

„Kann ich helfen?“ Frage ich zuckersüß. Da muss sie jetzt durch. Aller Anfang ist schwer. „Oh, das wäre nett von ihnen, Herr…?“

„Anwatzer.“ Der Name steht auf einem Flyer, der neben dem Kopierer liegt und muss für meine Zwecke kurzfristig reichen.

„Also ich muss ganz dringend das hier als Fax verschicken. Aber ich weiss nicht, wie das funktioniert.“

Ein Dau (dümmster anzunehmender User) am frühen Morgen und auch noch in der Probezeit. Der Tag geht besser los als gedacht.

„Na das ist doch überhaupt kein Problem. Haben Sie schon ihre Fax- und Kopiererkennung bekommen?“

„Äh, ja, für den Kopierer.“

„Na Klasse. Die für das Fax ist natürlich die Gleiche! Einfach eingeben und mit OK bestätigen. Danach sofort die Faxnummer eingeben und mit dem grünen Knopf versenden. Ganz einfach.“

1302 – OK – 822564 – Grüner Knopf

Das werden eine Menge Kopien. Sie ist glücklich und ich beschließe, in einer Stunde noch Papier aufzufüllen. Muss sich ja auch lohnen.

Etwa zwei Stunden später höre ich auf dem Flur lautes Gebrüll. Personalabteilung anscheinend. Niemand anderes schafft diese hohen Tonlagen. Bestimmt Opernsängerin.

„Kopierer *zeter* Acht-hun-dert-tau-send Kopien *zeter* Aaaaaarggggh!“

Sie wimmert leise: „Aber, der Herr Anwatzer hat gesagt…“

„HIER ARBEITET KEIN ANWATZER!!!“

Ich beschließe, den restlichen Tag im Serverraum zu verbringen, um ihr beim Packen nicht über den Weg zu laufen. Tja, aller Anfang ist schwer.